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Traummeditation

In China erzählt eine alte Geschichte von dem Mönch, der sich im Traum als Schmetterling sieht, und, als er erwacht, nicht mehr weiß, ob er ein Mönch ist, der geträumt hat, ein Schmetterling zu sein, oder ein Schmetterling, der träumt, ein Mönch zu sein.

Im Gegensatz zur Psychologie, die den Traum als Folge und Verarbeitung von Alltagserlebnissen sieht, eröffnet die Traummeditation neue Möglichkeiten in einer eigenen Welt.

 

Es gibt günstige Voraussetzungen für Traummeditation. Man sollte ein Traumtagebuch beginnen zu führen. Nach kurzer Zeit wird man sich immer besser an seine Träume erinnern können. Häufig wacht man auch direkt nach Beendigung von Traumphasen kurz auf und kann sich kurze Stichworte über den erlebten Traum aufschreiben. Wenn man sich vor dem Einschlafen fest vornimmt, seine Träume bewusst zu erleben und sich nach dem Aufwachen an sie zu erinnern, steigt die Wahrscheinlichkeit dafür.

Es ist sehr nützlich, den Wachzustand immer wieder kritisch und skeptisch zu hinterfragen und absichtlich die Unsicherheit zu steigern, ob man gerade schläft und träumt oder wacht. Man sollte sich so viele Stop-Situationen im Alltag einbauen wie möglich. So kann man sich z.B. jedes Mal wenn man auf die Toilette geht, eine Tür öffnet, vor einer roten Ampel steht oder erschrickt (dies ist besonders sinnvoll, da man im Traum auch häufig emotionale Situationen erlebt) die Frage stellen, ob man gerade träumt oder wacht. Entgegen der Volksmeinung, man müsse sich nur zwicken lassen, um herauszufinden, ob man träumt oder nicht, kann man im Traum sehr wohl auch körperliche Schmerzen erleben. Um herauszufinden, ob man träumt oder wach ist, verwendet man spezielle Schlaf-Wach-Tests:

  1. Die einfachste Möglichkeit liegt in der Betrachtung der eigenen Hand. Im Traum ist es unmöglich, die genaue Anzahl der Finger zu zählen und die Hand als Ganzes dabei zu sehen. Der Fokus würde nur auf den einzelnen Fingern liegen.
  2. Beim Drehtest beginnt man, sich um die eigene Achse zu drehen und plötzlich still zu stehen. Im Traum würde sich die rotierende Umgebung nach dem Stillstand weiter drehen.
  3. Beim Lesetest liest man etwas achtsam, schließt dann die Augen und stellt sich ein anderes Wort vor. Nach dem Öffnen der Augen würde im Traum das neue Wort dort stehen.
  4. Der Horizonttest beschreibt das Phänomen, dass im Traum fernere Objekte nicht kleiner werden.

Nach kurzer Zeit stellt man sich diese Fragen auch in den geeigneten Situationen im Traum und kann sich somit als Träumenden erkennen. Dann hat man neue Möglichkeiten, wie z.B. achtsam zu fliegen... Diese Traummeditationspraxis stützt die Zen-Praxis, da auch diese im Alltag so viele Stop-Schilder wie möglich benötigt, um jedes Mal zur eigenen Praxis und dem achtsamen Augenblick zurückzukehren.