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Der Augenblick
 

Erkenntnis

Ich bin der Baum, um meinen Stamm ich meine Arme lege
Ich bin der Wind und spüre, wie ich meine Blätter bewege
Ich bin der Stein, der liegt in meiner Hand
Ich bin der Fels, ein Gebirge in einem fernen Land
Ich bin die Kerze, die Flamme, die bald erlischt
Ich bin der Rauch, der aufstieg von meinem kleinen Licht
Ich bin Quellwasser, ich sprudle aus der Erde sacht
Ich bin die Pfütze, um die man einen Bogen macht
Ich bin die Wolke, farbig im Abendrot
Ich bin der Stern, der strahlt und funkelt auch in der Not
Ich bin der See und der Mond, der sich in mir spiegelt
Ich bin der Schlüssel, der Türen verriegelt
Ich bin der Weg, der zu Dir führt
Ich bin die Treppe, die den Himmel berührt
Ich bin die Liebe zwischen dir und mir
Ich bin der Zorn, der Geiz, wenn ich nach Reichtum gier'
Ich bin mein Kind, mein Baby, das ich trag
Ich bin meine Mutter, die bereits starb
Ich bin die Blume, der Schmetterling zwischen allen Pflanzen
Ich bin das verwelkte Blatt - ein Teil vom ewigen Ganzen

 

 

 

Wolke

Eine Wolke hat keine Angst vorm Sterben
Sie freut sich, Regen zu werden
Im Winter fällt sie als Schnee
Findet sich wieder als Teil der See
Kondensiert und löst sich auf
Ist mal Wasser, mal Dampf - denkt nicht an den Verlauf
Für sie existiert nur der Augenblick - kein Tod
Trotz Veränderung ist sie immer da, im Gleichgewicht, im Lot
So treibt sie vom Sonnenaufgang ins Abendrot

 

 

 

Mein Ich

Mein Ich
Spiegelt Dich
In Dir spiegelt es sich
Als Blatt eines Baumes beweglich
Mein Atem wiegt mich

Mein Ich
Sucht Dich
In Dir sucht es sich
Der Zweig hält das Blatt nicht
Der Wind war erheblich

Mein Ich
Findet Dich nicht
In Dir findet es sich nicht
Das Blatt dirigiert den Flug nicht
Der Ort der Landung ist fraglich

Mein Ich
Erkennt Dich
In Dir erkennt es sich
Das Blatt kommt zur Ruhe endlich
Die Erde stützt mich

Mein Ich
Ruht in Dir
In Dir ruhe ich
Wir sind unzertrennlich
Baum, Blatt und Erde; Du und ich

Identisch

 

 

 

Jahreszeiten-Haiku

Achtsamer Atem
Wie eine Wolke treiben
Ohne Ziel bleiben

Alles loslassen
Wach einen Baum umfassen
Zu mir heimfinden

Der Wind weht durch mich
Meine Leere hallt beim Schritt
Er nahm alles mit

In allem spiegelnd
Als ein Schneekristall tanzen
Ein Teil vom Ganzen

 

Regenwindtanz

 Die Blätter rauschen
Keine Gedanken stören
Dem Wind lauschen
Einfach nur hören
Wasserplätschern genießen
Im Innern fließen

Wind ruft mich zu sich
Aufforderung zum Reigen
Meint er wirklich mich?
Wer von uns beiden
Wenn wir nun zusammen sind
Ist denn dann der Wind?

Regen ins Gesicht
Tropfen auf beiden Seiten
Es wird nichts vermischt
Nieselnd sich weiten
Off´ner schwereloser Tanz
Ausgedehnt, weit, ganz